Mein erster Roadtrip

kleine und große Touren
Antworten
Benutzeravatar
MrHorsepower Germany
Reactions:
Beiträge: 94
Registriert: Dienstag 20. Februar 2018, 16:57
Wohnort: Bad Herrenalb

Mein erster Roadtrip

Beitrag von MrHorsepower » Dienstag 10. April 2018, 21:09

Nach dem ich kürzlich hier getönt habe, dass ich mich auf meine erste Tour begebe, möchte ich nunmehr nen kurzen Bericht abliefern.

Los ging es am 05.04.2018. Gleich morgens sollte der Packsack auf´s Moped. Da ich keinerlei Koffer-/Taschenhalter montiert habe gestaltete sich das verzurren etwas aufwendig. Kann jetzt mehr oder weniger ne Doktorarbeit darüber schreiben, wie man einen Packsack auf ner Icon verzurrt und zwar so, dass nix mehr wackelt und keine Lichter verdeckt sind.

Der ein oder andere frägt sich vielleicht, wegen drei Tagen nen Packsack mitschleppen?!? Aber da es meine erste Tour war wollte ich lieber zuviel als zuwenig dabeihaben. Drin war meine Textilkombi, ne zweite Mottorradjeans, Kulturbeutel, 2 T-Shirts, Unterwäsche, Socken & Ergänzungswerkzeug zum Bordwerkzeug, die kleine Fuji Systemnknipse und ne Powerbar. Was soll ich sagen? Das Ding war voll (dank der Kombi) und ich hatte letztendlich nicht zuviel dabei.

Als das Verzurrdesaster in trockenen Tüchern war konnte ich endlich um 10:00 Uhr los. Das Wetter war nicht so vielversprechend wie erwartet und irgendwie hatte ich die Schnapsidee zwischen den Regenfeldern des Regenradars durchzufahren. :pray: Das ging auch die ersten 70 km gut und dann wurde ich zum ersten mal geduscht. Dem Himmel sei Dank, dass ich an einem Diner vorbeikam, der schon offen hatte und dort konnte ich die Klamotten wechseln. Nasse Kluft aus und rein in die trockene Kombi, denn es ging bei Regen weiter. :snooty:
Nach den nächsten 80 km meldete sich mein Magen und in Furtwangen bin ich dann kurz vor der Mittagsruhe eingekehrt. Die Wirtsleute hatten Mitleid mit nem unterkühlten und bibbernden Biker und haben mir das beste Schnitzel das es überhaupt gab serviert.

Weiter ging es dann über Kirchzarten, Freiburg nach Ihringen. Dort hatte ich eine Hotelempfehlung aus dem Tourenfahrer-Magazin. Kurz hinter Freiburg musste ich nochmal unter ner Brücke anhalten, weil es aus Eimern gegossen hat. Aber zuguterletzt bin ich wohlbehalten im Hotel angekommen und siehe da, es war noch ein Zimmer für eine Nacht frei. Leider hat die Signorina beschlossen den vorderen rechten Blinker außer Betrieb zu nehmen. Was ein Glück, dass ich mein Bordwerkzeug erweitert hab. Also das Glas abgeschraubt, die Birne war augenscheinlich in Ordnung die Steckkverbindungen auch und beim Zusammenbauen hat auch der rechte Blinker wieder gefunzt. Werkzeug wurde wieder verstaut und nochmal alles durchgetestet. Dreimal dürft ihr raten was nicht funktioniert hat. Genau, der vordere rechte Blinker. :think: Da meine Schrauberkenntnisse denen einer Amöbe gleichen, habe ich beschlossen am nächsten Morgen in eine Werkstatt zu fahren. Duschen, rein nach Freiburg nen kleinen Absacker nehmen und erstmal ausschlafen.

Um 7:00 Uhr saß ich dann schon beim Frühstück und bin gegen 8:00 Uhr gleich gestartet. In Ihringen konnte mir keine Werkstatt helfen und ich bin in Freiburg beim Motorradzentrum Freiburg gelandet. Tja, es lag dann doch an der Birne. :text-blondmoment: Mit einem Ersatzleuchtmittel hat es dann dauerhaft funktioniert. Doof war nur, dass mir der Monteur den Klip des Blinkerglases beim Ausbau abgerissen hat. Mit der Schraube hält das ganz gut, aber hätte ihn trotzdem schütteln können. Dennoch :text-thankyouyellow: für die Hilfe.

Endlich konnte die zweite Etappe losgehen: Durch das Höllental über den Titisee, den Schluchsee nach St. Blasien. Weiter nach Schaffhausen an den Rheinfall und über Radolfzell nach Konstanz. Das Wetter hatte echt versucht den vorangegangenen Tag wiedergutzumachen. Es ist absolut geglückt. Tolle Temperaturen, herrlicher Sonnenschein und nur glückliche Gesichter wo man hingekuckt hat. So macht´s dann richtig Spaß! In Konstanz habe ich dann das erstbeste Hotel gegenüber meines Parkplatzes genommen. Das war ein Fehler! Der "goldene Sternen" in Konstanz ist definitiv nicht zu empfehlen. Meine Matratze war durchgelegen, Warmwasser ==> Fehlanzeige, WLAN nicht verfügbar.
Dafür hat Konstanz ne schnucklige Altstadt und es ist halt „nice to be“ am Bodensee.

Nach der furchtbaren Nacht bin ich auch wieder kurz vor 8:00 Uhr auf dem Bike gesessen und hab mich auf die Reichenau verdrückt. Auch ein netter Flecken Erde. Dort habe ich wieder Konakt mit dem Heimatplaneten aufgenommen und mit meinem Lebensgefährten Freudenstadt als Treffpunkt ausgemacht. Nach ca. 2 Stunden war ich auch schon dort. Noch ein schneller Kaffee und wir haben den Heimweg über das Murgtal gewählt.

Ach ja, obwohl ich meine kleine Fuji dabei hatte, hab ich kein einziges Bild damit gemacht. So ein Packsack hat nich nur Vorteile ;) Dafür gibt´s zwei Handybilder.
A36AB62D-F419-4EC8-B271-F8803E9A0F97.jpeg
9B70CFAC-A886-4FC2-96EF-D68673F5ABEF.jpeg
Alles in allem war es ne geile Erfahrung und ich wäre am liebsten noch weiter gefahren. Mit Led Zeppelin, The Who, The Rolling Stones, Fleetwood Mac und etlichen weiteren Klassikern im Ohr :music-rockout: gibt es nichts besseres als unterwegs zu sein.

To be continued ....
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Zuletzt geändert von MrHorsepower am Mittwoch 11. April 2018, 13:31, insgesamt 1-mal geändert.


I don't ride a bike to add days to my life. I ride a bike to add life to my days.
Bild

2fast4u Germany
Reactions:
Beiträge: 177
Registriert: Sonntag 25. März 2018, 15:52

Re: Mein erster Roadtrip

Beitrag von 2fast4u » Mittwoch 11. April 2018, 07:31

Toller Bericht, danke für´s Teilen!

Ja, es läuft eben nicht immer alles rund, aber hinterher ist das meist die Würze des Ganzen.
Bei Zwangspausen etc. hab ich schon tolle Erlebnisse gehabt.

Ich fahre ohne Stöpsel im Ohr, singe beim Biken - oder besser jetzt - Scrambeln meist selber
:D

Benutzeravatar
pitst Germany
Reactions:
Beiträge: 85
Registriert: Donnerstag 4. Januar 2018, 21:08
Wohnort: Altötting

Re: Mein erster Roadtrip

Beitrag von pitst » Mittwoch 11. April 2018, 11:05

Super Bericht. Danke!
Da hast Du in kurzer Zeit alles erlebt, was Andere in einem ganzen Jahr nicht durchmachen. Mich hat es an die Anfangszeiten meiner Motorradbegeisterung erinnert; das war 1983. Da hat auch tagelanger strömender Regen die Freude nicht getrübt. Wahrscheinlich hast Du den Thread über Gepäcktaschen schon gelesen ( http://www.ducati-scrambler.de/viewtopic.php?f=33&t=153 ), da ist auch ein Foto von meiner reisefertigen Scrambler. Sehr nützlich ist ein kleiner Magnet-Tankrucksack (hab ich bei Louis gekauft). Der hält felsenfest und fasst den Kleinkram wie Kamera, Lesebrille (im Alter), Visierreiniger usw. .....
Ich wünsche Dir noch viele schöne Roadtrips und freue mich auf die Berichte. Eventuell will ich im Juni mal an einem verlängerten Wochenende durch das Elsaß fahren - das war immer eine schöne Tour.

PS: Auf einer Frankreichtour begegnete ich einigen italienischen Bikern, die gut drauf waren. Einer hatte eine Ducati Monster. Ich wartete gespannt, wie er seine Gepäckrolle befestigen würde. Er nahm einfach ein Paketklebeband und wickelte es in mehreren Lagen über die Rolle und unter dem hinteren Kotflügel durch.
Peter
Wahr sind die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden.

Benutzeravatar
MrHorsepower Germany
Reactions:
Beiträge: 94
Registriert: Dienstag 20. Februar 2018, 16:57
Wohnort: Bad Herrenalb

Re: Mein erster Roadtrip

Beitrag von MrHorsepower » Mittwoch 11. April 2018, 13:28

pitst hat geschrieben:
Mittwoch 11. April 2018, 11:05
Super Bericht. Danke!
Da hast Du in kurzer Zeit alles erlebt, was Andere in einem ganzen Jahr nicht durchmachen. Mich hat es an die Anfangszeiten meiner Motorradbegeisterung erinnert; das war 1983. Da hat auch tagelanger strömender Regen die Freude nicht getrübt. Wahrscheinlich hast Du den Thread über Gepäcktaschen schon gelesen ( http://www.ducati-scrambler.de/viewtopic.php?f=33&t=153 ), da ist auch ein Foto von meiner reisefertigen Scrambler. Sehr nützlich ist ein kleiner Magnet-Tankrucksack (hab ich bei Louis gekauft). Der hält felsenfest und fasst den Kleinkram wie Kamera, Lesebrille (im Alter), Visierreiniger usw. .....
Ich wünsche Dir noch viele schöne Roadtrips und freue mich auf die Berichte. Eventuell will ich im Juni mal an einem verlängerten Wochenende durch das Elsaß fahren - das war immer eine schöne Tour.

PS: Auf einer Frankreichtour begegnete ich einigen italienischen Bikern, die gut drauf waren. Einer hatte eine Ducati Monster. Ich wartete gespannt, wie er seine Gepäckrolle befestigen würde. Er nahm einfach ein Paketklebeband und wickelte es in mehreren Lagen über die Rolle und unter dem hinteren Kotflügel durch.
Peter
Hallo Peter,

den Thread hatte ich gelesen, wollte aber keinen Schnellschuß bei der Auswahl des passenden Gepäcksystems machen. So ne Packrolle ist später halt immer noch einsetzbar.

Einen Tankrucksack hab ich schon. Ist das Modell aus der Serie für die Urban Enduro. Aber das war mir dann ehrlich gesagt zu viel. Von vorne und dann noch von hinten eingepfercht zu sein, wollte ich dann doch nicht. Die Sitzposition mit der Packrolle war ohnehin schon grenzwertig.

Viele Grüße
Michael
I don't ride a bike to add days to my life. I ride a bike to add life to my days.
Bild

Benutzeravatar
pitst Germany
Reactions:
Beiträge: 85
Registriert: Donnerstag 4. Januar 2018, 21:08
Wohnort: Altötting

Re: Mein erster Roadtrip

Beitrag von pitst » Mittwoch 11. April 2018, 14:45

IMG_20180411_144131.jpg
Mein Tankrucksack ist mini, eher ein Täschchen für Kleinkram und Schokoriegel .....
Du hast keine ausreichende Berechtigung, um die Dateianhänge dieses Beitrags anzusehen.
Wahr sind die Erinnerungen, die wir mit uns tragen, die Träume, die wir spinnen, und die Sehnsüchte, die uns treiben. Damit wollen wir uns bescheiden.

2fast4u Germany
Reactions:
Beiträge: 177
Registriert: Sonntag 25. März 2018, 15:52

Re: Mein erster Roadtrip

Beitrag von 2fast4u » Mittwoch 11. April 2018, 15:11

Ich habe einen uralten Magnet-Tankrucksack von Held, der hat bestimmt schon 25 Jahre auf dem Buckel.

Er hat eine Basis- oder Grundtasche mit Magneten, die direkt auf den Tank kommt, und eine Zusatztasche die man mit Reißverschluss oben drauf zippen kann.
Er hat an jeder Tasche einen Griff zum Tragen und zwei Henkel an denen man den Schultergurt (um ihn als Tasche zu tragen befestigen kann), und er hat eine Wetterschutzfolie zum Drüberstulpen.
Ach ja, er hat auch auf jedem Deckel ein Kartenfach, in den zwei Seiten/Segmente einer Standardkarte aufgeklappt hingeschoben werden können und er hat jeweils eine kleine Taschen mit Zipper am hinteren Ende.

Selbst nach 25 Jahren funktioniert noch alles wie am ersten Tag, dass Ding hat schon ganz Westeuropa gesehen und will einfach nicht kaputt gehen.
Außerdem hat er alles, was ich mir von einem Tankrucksack wünschen würde, weitere sinnvolle Funktionen fallen mir einfach nicht ein.

Bei langen Touren, die über mehrere Tage gehen, benutz ich ihn immer als Doppeldecker.
Unten drin Werkzeug, Kettenspray, Öl und alles was sonst noch schwer ist, oben drin Geldbeutel, Kamera, Brillenetui, Regenkombi und alles was man gerne schnell greifbar hat, der Rest ist in der Packrolle hinten.

Was Du als "eingesperrt" bezeichnest empfinde ich genau umgekehrt.
Für mich ist es ein tolles Gefühl wenn mein Mopped voll bepackt ist, alleine der Anblick ist schon wie 20% Urlaub - mindestens.
Wenn ich dann drauf sitze und die Mühle anschmeiße, dann ist das einfach großartig.
Ich hab so viele Touren auf die Art gemacht, ich bekomm jedes Mal ein Hochgefühl wenn ich so auf der Kiste sitze.

Außerdem finde ich es sehr angenehm mich auf langen Strecken vorne am Tankrucksack anlehnen zu können.
Ist fast ein bißchen wie auf ner Liege und ich hab mehr Kontakt zum Mopped, bilde mir ein es so besser zu spüren.
In Schräglage geht die ganze Fuhre mit und man fühlt sich fast wie ein Teil vom Motorrad, ich liebe es.
8-)

Antworten